Gadget Inspektor – Vitamix Super TNC 5200

Gadget Inspektor – Vitamix Super TNC 5200

Eine der Besonderheiten dieses Mixers ist seine enorme Drehzahl. Der Hersteller Vitamix behauptet, dass durch diese hohe Drehzahl Nährstoffe aus den verarbeiteten Nahrungsmitteln verfügbar gemacht werden. Ich schaue mal, ob das so ist.

Der Mixer

Was definitiv stimmt, ist, dass der Vitamix Super TNC 5200 eine höhere Drehzahl liefert, als die meisten Konkurrenzprodukte. Der Vitamix liefert bis zu 24 000 Umdrehungen pro Minute im Normalbetrieb und 32 000 Umdrehungen pro Minute im Turbobetrieb, der übrigens sehr sehr laut ist. Ein Kitchen Aid Ultra Power zum Beispiel bringt es nur auf maximal 11 500 Umdrehungen pro Minute.

Man sollte allerdings – glaube ich – die Kinder nicht in der Küche haben, wenn man auf Turbo schaltet, die Lautstärke ist infernalisch.

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob denn nun mit dieser hohen Drehzahl ein Nahrungsmittel wirklich so klein zerkleinert werden kann, dass sich die Inhaltsstoffe aus den Zellen lösen, die Zellen gleichsam zerschmettert werden, wie es der Hersteller Vitamix behauptet.

Das Experiment

Zwei Möhren werden mit 200 ml Wasser im Mixer zerkleinert. Einmal bei 12 000 U/min und einmal bei 32 000 U/min:

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Den so erhaltenen Püree streiche ich der Reihe nach durch drei Siebe, eines mit 900 µm Maschenweite, danach eines mit 560 µm Maschenweite und zuletzt eines mit 180 µm Maschenweite:

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Ergebnisse

In den Bildern jeweils rechts: 900 µm, in der Mitte: 560 µm und links: 180 µm.

12 000 U/min

Das Möhrenpüree schmeckt frisch und  fruchtig, ist insgesamt homogen, flüssig und beginnt schon nach kurzer Zeit sich abzusetzen. Das folgende Foto zeigt das Ergebnis des Siebens: Fast alles bleibt im groben 900 µm Sieb hängen und es gibt jeweils eine kleine Fraktion im 560 µm Sieb und im 180 µm Sieb.

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32000 U/min

Das Möhrenpüree schmeckt wie Möhren-Baby-Brei, ist komplett homogen, hat sich sehr deutlich erwärmt, ist in der Konsistenz eher wie weiche Margarine und zeigt keinerlei Neigung sich abzusetzen (wie sich später zeigt, auch nach Tagen nicht). Das folgende Foto zeigt das Ergebnis des Siebens: Praktisch keine Rückstände im 900 µm Sieb, ebensowenig im 560 µm Sieb und im 180 µm Sieb auch insgesamt nur wenige Partikel. Schwierig, das abzuschätzen, aber anhand einer zentrifugierten Probe würde ich sagen, dass etwa 95% der Trockenmasse auf eine Größe deutlich unter 180 µm zerkleinert wurden. Damit ist auch klar, dass die Zellen zerstört sind und der Zellinhalt in die Lösung aufgeschlossen wurde.

Die Fraktion im 180 µm Sieb zeigt deswegen auch sehr deutlich die helle Farbe sauberer Pflanzlicher Membranen, ein fettig opakes Weiß.

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Mikroskopische Untersuchung

hätte ich mir jetzt auch sparen können und leider ist die Aufnahme auch nicht sehr schön, weil die Schichtdicke viel zu dick ist, besonders für das Beleuchtungsverfahren. aber hier sieht man ein Stück aus der Fraktion > 180 µm. Es ist klar zu erkennen, dass die Zellinhalte ausgetreten sind.

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Probe aus der Hochgeschwindigkeitszerkleinerung im Phasenkontrast.

Schlussbemerkung

Dieser Mixer wird mit der Behauptung verkauft, dass die hiermit zerkleinerte Nahrung gesünder ist, weil die Nährstoffe besser aufgeschlossen sind. Deswegen auch die Abkürzung TNC – Total Nutrition Center. Die Zerkleinerung ist in der Tat spektakulär, man kann mit dem Teil Nüsse in Nussbutter verwandeln und selbst Öl und Wasser lassen sich so gründlich emulgieren, dass man eine Art Milch erhält, man kann das zum Beispiel ausnutzen um Mayo ohne Ei herzustellen oder spezielles Futter für Kleinstfische (davon später mehr). Ob die totale Zerkleinerung aus Ernährungsphysiologischer Sicht überhaupt notwendig ist, bleibt zu klären.

Ein weiteres Problem ist definitiv die sehr gründliche Durchmischung der Probe mit Sauerstoff, wodurch natürlich manche Naturstoffe sehr schnell oxidiert werden.


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